"Nur nackt ist mir zu wenig"

Chris Brandt gehört zu den Fotografen, die sexy Frauenbilder mit edlem Ambiente, Styling, extravagantem Make-up und ausgefallenen Shooting-Ideen kombinieren. Nur nackt ist ihm eben zu wenig. Der Fotograf und seine Models im Profil:

Chris, wie bist du Fotograf geworden und welche Rolle spielt die Model-Fotografie dabei?

Nach einer angefangenen analogen Ausbildung Ende der 80er Jahre hatte ich zunächst die Fotografie für lange Zeit an den Nagel gehängt, um dann im neuen Millenium wieder ins attraktivere Digitalzeitalter zurückzukehren. Zunächst als Eventfotograf, später als Peoplefotograf, fand ich sehr schnell über Internetportale in die große bunte Welt der Modelfotografie. Durch viele Fotoreisen und Fortbildungen habe ich mir Wissen und Fähigkeiten selbst erarbeitet, lernte dann auch 2009 meinen heutigen Studiopartner und Förderer Marc Richter kennen, der mich von Kiel in die malerische Ostseestadt Lütjenburg holte und mir einen neuen Start in die Profi-Fotoszene ermöglichte. Mit ihm zusammen habe ich bis 2012 sehr viele Workshops und Fotoevents veranstaltet und eine Menge fotografische Grundkenntnisse weitergeben können.

Wie viele Frauen hast du bisher fotografiert?

Ich habe nie gezählt, aber selbst wenn ich die Ordner meiner eigenen Shootings nur für die Sedcard zähle, komme ich schon auf über 200 wunderbare Damen, Aufträge und Freizeitfotos mal nicht eingerechnet. Dabei habe ich sehr viele treue Stammmodelle, mit denen ich seit Jahren fest zusammenarbeite und ohne die ich heute nicht hier wäre. Es gibt sicher Einige die weit mehr Frauen fotografiert haben, aber Fließbandarbeit ist nicht mein Ding und ich stelle hohe Erwartungen an ein gutes Model.

Wo fotografierst du am liebsten?

Als "Durch-und-durch.Studiofotograf" liebe ich es, wenn ich im Studio Licht und Umgebungsbedingungen fest im Griff habe. Bei mir wird nichts dem Zufall überlassen, und eine gewohnte Umgebung liegt mir bedeutend mehr. Selten arbeite ich Outdoor und wenn, dann nur mit Team, bei bestem Wetter und einer ausgefeilten Projektplanung. Ich bin zwar ein spontaner Mensch, aber nicht in der Fotografie. Eines meiner Models sagt immer "Foto-Monk" zu mir, weil ich so akribisch bei der Sache bin hat sie wohl Recht.

Was sind Deiner Meinung nach die wichtigsten Faktoren für den Erfolg eines Modelfotografen?

Du musst Dich auf dein Gegenüber einlassen, dich in den Menschen reinversetzen und ihn entsprechend führen können. Respekt auf Augenhöhe, Verständnis und Professionalität sind wichtige Kriterien. Ein gutes Shooting fängt an der Studiotür und beim Erstkontakt an. Passt die Chemie hier nicht, kannst Du den Rest vergessen. Dies ist die erste Herausforderung an einen Peoplefotografen. Sonst gilt wie für jedes Fotoshooting auch, egal ob Mensch, Tier oder Maschine, eine Top-Vorbereitung ist alles, Kreativität ist Grundvoraussetzung und Kontakte überlebenswichtig.

Was ist deine Meinung: Wird zu viel gephotoshopt?

Nein, zuviel nicht, nur oft zu schlecht oder übertrieben. Wenn ein gewünschtes Bildergebnis Korrekturen von Äußerlichkeiten notwendig macht, dann ist es eben so. Das Endresultat zählt. Für authentische Natürlichkeit gibt es Polas, um zu zeigen, wie das Model wirklich aussieht. Als Fotograf verkaufst Du auch Illusionen, du bist Entertainer. Ein Highend-Foto muss einfach bearbeitet sein. Allerdings ist manchmal auch weniger mehr, und viel zu viele begnügen sich mit dem Weichmatschen von Hautporen.

Welches sind deine aktuellen Top Lieblingsmodelfotos?

Ich vermische gerne sexy Frauenbilder mit edlem Ambiente und Styling, extravagantem Makeup und ausgefallenen Shooting-Ideen. Nur nackt ist mir zu wenig. Mein Schwerpunkt sind Dessousaufnahmen oder eben Fotos, die die erotische Fantasie beflügeln ohne plump zu wirken. Ich muss die Fotos immer noch meiner Oma zeigen können, damit sie stolz auf ihren Enkel sein kann. Nein, im Ernst, ich versuche immer Stil zu bewahren, meinem Stil treu zu bleiben. Ein weiterer wichtiger Punkt ist bei mir das Make-up und Hairstyling meiner Models, hier darf es nie genug sein. Ich habe dazu meine eigene Visagistin mit der ich schon seit fünf Jahren zusammenarbeite und mit der ich viele meiner verrückten Ideen umgesetzt habe. Auch ihr ein ganz großen Dankeschön.

Wie sieht die Model-Fotografie deiner Meinung nach im Jahre 2020 aus?

Die Zeiten werden sicher nicht einfacher für den Berufszweig des Fotografen. Mit steigenden technischen Möglichkeiten sinkt die Exklusivität und Notwendigkeit eines professionellen Lichtgestalters. Allerdings wird es immer schöne Frauen geben und man wird sich immer durch Kreativität von anderen abheben können. Alles andere sind nur Werkzeuge zum Zweck. Ich habe also noch Hoffnung.

Wo findet man deine Bilder im Internet und wo kann man dich buchen?

Ich bin vor neun Jahren auf einer der bekanntesten Internet Model-Plattformen gestartet, wo ich auch heute noch den Großteil meiner Fotos veröffentliche. Meine bekanntesten Fotos gingen bereits durch einige deutsche und osteuropäische Magazine. Auf unserer Homepage www.lichtart-studio.de sind weitere Kostproben meiner Arbeiten zu Finden und hier besteht auch eine Kontaktmöglichkeit.

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Der „Ostseerocker“ Chris Brandt ist am Meer in der Nähe von Kiel geboren und aufgewachsen. Er fiel bereits in seiner Jugend durch eine hohe Kreativität und rebellische Extravaganz auf. Seine Wurzeln liegen neben der Fotografie noch in der malerischen Kunst und der Literatur.

Musik und Modedesign sind seine Leidenschaft und bilden ein enges Bindeglied zu seinen heutigen Fotoarbeiten. Nach einem Studium in Hamburg und einer kaufmännischen Ausbildung fand sich der kühle Blonde zunächst in einer Werbeagentur wieder. Heute unterhält er zusammen mit einem Partner ein Mietfotostudio und ist als Peoplefotograf tätig. Ab Sommer 2014 bietet der Eventleiter dort auch wieder neue Workshops für Fotobegeisterte unter www.lichtart-studio.de an.