Wie man heute Rhetorik und Präsentation trainiert

Der Verlag Dashöfer setzt auf Virtual Reality und künstliche Intelligenz für Präsentations-Trainings. Viele Menschen empfinden Angst und Unsicherheit bei einer Präsentation und dies soll durch die VR-Anwendung EasySpeech bekämpft werden.

Quelle: Verlag Dashöfer, Klaus Knuffmann

Um die Ängste vor Präsentationen zu bekämpfen und Firmen und Agenturen zu unterstützen, hat der Hamburger Seminar-Anbieter und Fachverlag Dashöfer die Virtual Reality (VR)-Anwendung Easy Speech in der VR-Brille Oculus Go für Vortrags- und Präsentations-Trainings gelauncht. 

Für die Brille haben Entwicklerteams von Dashöfer den realitätsnahen virtuellen Seminarraum EasySpeech entwickelt. In der App kann die Präsentationsfähigkeiten trainiert werden. Mit der Brille soll man sich seiner Redeangst stellen und selbstsicher werden, sich auf bevorstehende Präsentationen vorbereiten und rhetorische Fähigkeiten und Präsentationstechniken erlernen und verbessern. Es kann die eigene Präsentation importiert werden oder rhetorische Übungen wie Stegreifreden Schritt für Schritt trainiert werden. 

Quelle: Verlag Dashöfer

Der Rhetorikexperte Wladislaw Jachtchenko hat für EasySpeech eigens mehrere Stunden Videoinhalte zu Stimmlage, Eloquenz und Sprechgeschwindigkeit erstellt, die Nutzer innerhalb des Paketes auf der Website modular abrufen und einüben können. In den virtuellen Seminarraum sind reale Personen projiziert worden, damit eine lebensnahe Situation für die Teilnehmer geschaffen wird. Wie in einem echten Seminar gibt es hierbei unaufmerksame Zuhörer und Zwischenrufer. Nach dem Vortrag liefert EasySpeech eine automatisierte Auswertung auf Basis künstlicher Intelligenz.

Das Entwicklerteam von Dashöfer hat für EasySpeech eine CRM-Nutzerverwaltung, ein Analysetool und eine KI-Spracherkennung entwickelt und via Schnittstellen miteinander verknüpft. Die KI erkennt jedes Wort im Vortrag und analysiert dabei unter anderem die Anzahl der Füllwörter (ähm, äh), die Artikulation, Wortwiederholungen, Redegeschwindigkeit, Blickkontakte und die Dauer des Vortrages. In der VR-Brille erhält der Vortragende eine erste Bewertung der Rednerleistung. Details finden die Nutzer unter www.training-vr.de von EasySpeech: Grafiken zum Gebrauch von Füllwörtern, zur Frequenz von Störungen, eine Heatmap zum Blickverlauf. Für jeden Bereich können jeweils zehn von zehn möglichen Punkten erreicht werden. Der Redner kann seine Präsentation hier noch einmal komplett anhören. 

Die VR-Brille ist eine gute Möglichkeit, um sich auf eine Präsentation vorzubereiten, denn man ist in einem geschützten Raum, der sehr realistisch wirkt. Man lernt zudem spielerisch und hat so automatisch mehr Spaß beim Üben. Im Gegensatz zu einer Präsentation vor einem Spiegel, erhält man nach seiner Präsentation ein direktes Feedback und weiß wo seine Stärken und Schwächen liegen. Ein weiterer Vorteil von EasySpeech ist, dass man zeitlich flexibel ist und man die VR-Brille immer nutzen kann, wenn man sie gerade braucht und Zeit hat.

Quelle: Verlag Dashöfer, Klaus Knuffmann

Weitere Module sind laut dem Geschäftsführer von Dashöfer Fabian Friedrichs in Arbeit, etwa die Auswertung englischer Präsentationen. Auch inhaltliche Aufgaben seien denkbar, bei denen sich für die Bewertung ein Trainer – oder eine KI – virtuell zuschaltet. Virtuelle Lernumgebungen für Trainings haben für Friedrichs großes Potenzial. Unternehmen könnten damit Mitarbeiter binden und stärken und die eigene Marke als digitalen Vorreiter etablieren.