Patricia merkte, dass sich etwas ändern musste, als sie ihren Kindern immer weniger hinterherkam. Immer häufiger musste die 40-Jährige zusehen, wie ihre beiden jüngeren Kinder im Alter von vier und fünf voller Energie über den Spielplatz tobten, während sie selbst nach wenigen Minuten außer Atem war. Klettern, laufen oder einfach ausgelassen mitspielen wurde zunehmend zur Herausforderung. Als sie bei ihrem Sohn erste Anzeichen von Übergewicht bemerkte, traf sie eine Entscheidung. Sie wollte verhindern, dass ihre Kinder dieselben körperlichen und emotionalen Belastungen erleben, mit denen sie selbst seit ihrer Kindheit zu kämpfen hatte. Ihre Geschichte steht stellvertretend für viele, denn rund 16 Prozent der Erwachsenen in Deutschland leben mit Adipositas1 . Die chronische Erkrankung entsteht durch das Zusammenspiel genetischer, biologischer, psychischer und umweltbedingter Faktoren. Störungen der körpereigenen Regulation von Hunger, Sättigung und Energieverbrauch sowie ein kalorienreiches Umfeld können die Entstehung der chronischen Erkrankung begünstigen.
Fast 20 Jahre zwischen Diäten und Rückschlägen
Der Kampf mit ihrem Gewicht begann für Patricia bereits mit 14. Sie begann ihre erste Diät, viele weitere folgten. Mit 19 – kurz nach der Geburt ihres ersten Kindes – wog sie 105 Kilogramm. Kurzfristige Erfolge wechselten sich immer wieder mit Rückfällen ab. „Ich habe keine Phase in meinem Leben, in der ich wirklich dünn war“, erzählt sie. Bei einer Körpergröße von 1,74 Metern schwankte ihr Gewicht jahrelang zwischen 95 und 110 Kilogramm. Die Folgen: Rückenschmerzen, fehlende Ausdauer, ständiger Heißhunger auf Süßes. Das Wissen über gesunde Ernährung hatte sie. Als Schulköchin bereitet sie täglich Mahlzeiten für rund 450 Kinder zu. Zwischen Pizzateig, Muffins und den Essensresten ihrer eigenen Kinder verlor sie jedoch häufig den Überblick darüber, was sie selbst über den Tag verteilt gegessen hatte.
Der Wunsch, ein Vorbild zu sein
Was Patricia antrieb, war nicht eine bestimmte Kleidergröße, sondern die Möglichkeit, wieder aktiv am Leben ihrer Kinder teilzunehmen und ihnen einen gesunden Umgang mit Ernährung vorleben. Deshalb entschied sie sich für eine digitale, ärztlich begleitete Adipositas-Therapie. Die ärztliche Betreuung erfolgte über die App und ließ sich dadurch gut in ihren Alltag aus Vollzeitjob und Kinderbetreuung integrieren. Bereits nach kurzer Zeit bemerkte sie eine Veränderung, die sie so nie erlebt hatte: das ständige Hungergefühl verschwand. „Zum ersten Mal habe ich nicht mehr dauernd ans Essen gedacht. Ich konnte einfach an der Süßigkeitenabteilung vorbeigehen, ohne hinschauen zu müssen“, sagt sie.
30 Kilo leichter und nach 25 Jahren rauchfrei
Innerhalb von acht Monaten verlor Patricia rund 30 Kilogramm. Gemeinsam mit ihrer behandelnden Ärztin passte sie die Therapie regelmäßig an, dokumentierte ihre Ernährung, achtete auf eine ausreichende Eiweißzufuhr und integrierte Sport sowie EMS-Training in ihren Alltag. Parallel dazu schaffte Patricia eine weitere gesundheitliche Veränderung: Nach 25 Jahren hörte sie mit dem Rauchen auf. Ein früherer Versuch hatte zu einer schnellen Gewichtszunahme geführt und sie wieder zur Zigarette greifen lassen. Diesmal war es anders. „Ich wusste, dass ich das nur schaffe, wenn ich vorher mein Gewicht im Griff habe“, sagt sie.
Adipositas betrifft oft ganze Familien
Dass sich viele Eltern aus Sorge um ihre Kinder für eine Behandlung entscheiden, erlebt Dr. David Buchebner, Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Endokrinologie und Diabetologie, regelmäßig in seiner täglichen Arbeit mit Patient:innen. „Kinder adipöser Eltern haben ein deutlich erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken. Wenn Eltern erfolgreich behandelt werden, kann das deshalb auch Auswirkungen auf die gesamte Familie haben“, weiß er. Für Patricia war genau das die größte Motivation. Heute achtet sie zu Hause bewusst auf kleinere Portionen, mehr Gemüse, gemeinsame Mahlzeiten und Bewegung. „Ich hoffe, dass meine Kinder diesen Weg nie gehen müssen. Aber falls doch, weiß ich heute, dass es Angebote gibt, die wirklich langfristig helfen.“ Heute wünscht sie sich vor allem, dass ihre Geschichte anderen Betroffenen Mut macht, sich Unterstützung zu suchen. „Adipositas ist noch immer stigmatisiert und schambehaftet. Wenn meine Geschichte dazu beiträgt, dass sich andere Menschen nicht allein fühlen und sich professionelle Hilfe holen, dann hat sich das Erzählen meiner Geschichte gelohnt“, sagt die Bremerin.
1: https://www.aerzteblatt.de/news/knapp-13-millionen-erwachsene-von-adipositas-betroffen-551734ea-a025-4773-807d-1aacb3c8256f
Über Yazen
Yazen ist ein digitaler Gesundheitsdienstleister für die Behandlung von Adipositas, einer chronischen Erkrankung, die langfristige Unterstützung erfordert. Das interdisziplinäre Team umfasst 290 Mitarbeitende, darunter über 220 Ärzt:innen und medizinische Fachangestellte. Yazen kombiniert moderne Medikamente mit kontinuierlicher digitaler Betreuung durch Ärzt:innen, Health Coaches, Ernährungsberater:innen, Psycholog:innen und Physiotherapeut:innen. Mehr als 44.000 Patient:innen befinden sich derzeit in Behandlung; insgesamt haben über 62.000 gemeinsam mehr als 760 Tonnen Gewicht verloren. Das Unternehmen ist in acht Märkten aktiv: Deutschland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Schweiz, Niederlande, Vereinigtes Königreich und Spanien.
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