Steigende Temperaturen, lange Autofahrten, Urlaub am See: Der Sommer verändert den Alltag von Hunden spürbar und damit auch die Anlässe, aus denen Tierhalter tierärztlichen Rat suchen. Beginnende Dehydrierung, Hitzestress, Magen-Darm-Beschwerden auf Reisen, wunde Pfoten oder Insektenstiche gehören in dieser Jahreszeit zu den häufigsten Themen. Viele dieser Situationen beginnen jedoch unauffällig. Genau darin liegt aus Sicht der Experten von „Das Gesunde Tier" das Problem: Tierhalter beurteilen ihr Haustier zunächst selbst und liegen dabei im Sommer besonders häufig daneben. „Starkes Hecheln wird oft als normal abgetan. Dabei kann es eines der ersten Signale dafür sein, dass ein Hund seine Wärme nicht mehr ausreichend abgeben kann", erklärt Tierarzt Thomas Backhaus, Experte für integrative Tiermedizin. Auch ein im Schatten geparktes Auto gilt vielen als ungefährlich, ebenso wie aufgeheizter Asphalt. Und wiederholtes Erbrechen oder Durchfall wird häufig zu lange beobachtet. Die eigentliche Frage ist deshalb selten, welche Diagnose vorliegt. „Im ersten Moment ist für Frauchen und Herrchen vor allem eines entscheidend: Wie dringend ist das? Genau diese Einschätzung fällt vielen schwer", ordnet Backhaus ein.
Im Sommer kommen mehrere Belastungen zusammen
Aus tierärztlicher Sicht treffen in der warmen Jahreszeit mehrere Faktoren aufeinander. Hitze und eine unzureichende Flüssigkeitsaufnahme können zu beginnender Dehydrierung führen, im weiteren Verlauf zu Hitzestress, sogar bis hin zum Hitzschlag. Besonders gefährdet sind dabei Welpen, Seniorentiere, kurznasige Rassen sowie Hunde mit dichtem Fell oder Herz- oder Atemwegserkrankungen. An wenig behaarten oder hell pigmentierten Körperstellen kann zudem Sonnenbrand entstehen, warnen die Experten. Parallel dazu verändert sich für viele Familien der Alltag: Reisen bedeuten Stress für die Vierbeiner, denn sie gehen häufig mit Futterwechsel, Wasser aus fremden Quellen oder nicht ausreichend gekühltem und daher verdorbenem Futter einher. Das hat nicht selten Magen-Darm-Beschwerden zur Folge. Und wer mit seinem Tier viel draußen ist, muss gut auf Zecken- und Insektenstiche, kleine Hautverletzungen sowie Verletzungen an den Pfoten durch heißen Asphalt, Grannen oder Dornen achten. Denn auch allergische Reaktionen nach Insektenstichen, Kontakt mit Düngemitteln oder aufgrund von Gräsern oder Pollen treten im Sommer häufiger auf. „Im Sommer wirkt selten ein einzelner Auslöser. Meist kommen Wärmebelastung, Bewegung, veränderte Fütterung und ein erhöhter Parasitendruck zusammen", erläutert Backhaus. Hinzu kommt ein verbreiteter Fehler im Alltag: „Viele Hunde werden bei hohen Temperaturen körperlich zu stark belastet. Und die Trinkmenge wird zu selten kontrolliert."
Diese Beschwerden lassen sich digital einschätzen
Für einen Teil dieser Situationen reicht der Blick in den Bildschirm. Wenn ein Hund nach einer Reise weichen Kot hat, wenn sich eine Pfote nach dem Spaziergang rötet oder wenn ein Insektenstich anschwillt, ohne dass die Atmung betroffen ist, lässt sich der Fall in der Regel zuverlässig ersteinschätzen. Das Gleiche gilt für Zeckenbefall und für Veränderungen an Haut und Ohren. Hinzu kommen all die Fragen, die vor einem Urlaub aufkommen: zum Parasitenschutz, zur Reisevorbereitung oder schlicht dazu, ob ein Praxisbesuch in den nächsten Tagen sinnvoll ist. Auch wer eine Zweitmeinung sucht, kommt digital weiter. Medikamente verordnen lassen sich auf diesem Weg allerdings nicht. „Eine digitale Beratung ersetzt keine Untersuchung. Sie kann aber sehr gut die Frage beantworten, ob eine Situation zunächst beobachtet werden kann oder ob sie in die Praxis gehört", erklärt Franziska Mette, Tierärztin bei „Das Gesunde Tier". Woran sich das festmachen lässt, beschreibt sie über das Gesamtbild: Ein Hund, der ansprechbar ist, normal atmet, keine Kreislaufprobleme zeigt und zumindest etwas frisst oder trinkt, hat meist Zeit für eine ruhige Einordnung, vorausgesetzt, er leidet nicht unter starken Schmerzen und blutet nicht. „Wenn diese Punkte zutreffen, lässt sich in der Regel zunächst digital klären, wie es weitergeht", so der Tierärztin.
Wann Tierhalter sofort in die Praxis müssen
Ebenso deutlich verlaufen die Grenzen – und zwar überall dort, wo Zeit zum entscheidenden Faktor wird. Alles, was Atmung, Kreislauf oder Bewusstsein betrifft, gehört ohne Umweg in eine Tierarztpraxis oder Tierklinik: Atemnot, Kollaps, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle oder der Verdacht auf einen Hitzschlag. Genauso dringend wird es, wenn der Bauch aufgebläht ist und der Hund erfolglos würgt, wenn Erbrechen oder Durchfall heftig ausfallen oder Blut enthalten, oder wenn Fieber, Bewegungs- und Koordinationsstörungen hinzukommen. Schwere Verletzungen sprechen ohnehin für sich, ob starke Blutung, tiefe Wunde, Bissverletzung, Knochenverletzung oder Verbrennung. Und wer eine Vergiftung vermutet, einen verschluckten Fremdkörper befürchtet oder eine starke allergische Reaktion mit Schwellungen im Kopf- und Halsbereich beobachtet, sollte keine Zeit mit weiteren Überlegungen verlieren. Hinzu kommt eine ganz praktische Grenze: Sobald Infusionen, Sauerstoff, bildgebende Verfahren oder eine Blutuntersuchung nötig werden, hilft nur die Praxis vor Ort. „Im Notfall sollte niemand auf eine digitale Beratung warten", betont Mette. „Wir verstehen Telemedizin in erster Linie als tierärztliche Beratung und Begleitung sowie als Einschätzung der Dringlichkeit – nicht als Ersatz für die notwendige Notfallversorgung vor Ort."
Gute Vorbereitung macht die Einschätzung präziser
Wie belastbar eine digitale Einschätzung ausfällt, hängt vor allem davon ab, was Tierhalter mitbringen. Am Anfang steht die Schilderung der Beschwerden samt dem Zeitpunkt, an dem alles begann, dazu die Eckdaten des Tieres, wie Alter, Rasse, Gewicht, bekannte Erkrankungen und die Medikamente, die es gerade bekommt. Fast ebenso wichtig ist der Alltag der vergangenen Tage: Wie viel hat der Hund gefressen und getrunken, wie sahen Kot und Urin aus, gab es Erbrechen oder Durchfall? Wer die Körpertemperatur gemessen hat, notiert den Wert, ebenso mögliche Auslöser wie Hitze, eine Zecke, einen Fremdkörper oder eine zurückliegende Reise. Den größten Unterschied machen jedoch Bilder. Ein kurzes Video vom Gangbild oder von der Atmung zeigt oft mehr als eine lange Beschreibung, und ein Foto bildet eine Hautveränderung genauer ab, als Worte es können. „Wer Veränderungen früh wahrnimmt und dokumentiert, macht jede Einschätzung präziser, digital wie vor Ort", so Mette. Ihre eigentliche Stärke spielt die digitale Sprechstunde ohnehin jenseits des akuten Anlasses aus. Sie eignet sich für die Nachkontrolle nach einer Operation, für den Blick auf eine heilende Wunde und für Verlaufskontrollen bei chronischen Erkrankungen. Vor allem aber trägt sie all das, wofür es Zeit und ein Gespräch braucht: Laborbefunde besprechen, eine Therapie anpassen, die Fütterung bei Unverträglichkeiten, Allergien oder Hauterkrankungen begleiten, das Gewicht im Blick behalten oder eine Reise samt Parasitenprophylaxe vorbereiten. Gerade wenn ein chronisch erkrankter Hund im Sommer mit in den Urlaub fährt, zahlt sich der kurze Draht aus. Seinen Rat für die heiße Jahreszeit formuliert Tierarzt Thomas Backhaus deshalb bewusst schlicht: „Bei Unsicherheit lieber einmal zu früh nachfragen als einmal zu spät." Zugleich warnt er davor, in Aktionismus zu verfallen: „Wer viele Meinungen einholt und immer wieder neue Therapien beginnt, verliert schnell die Linie. Meist hilft es dem Tier mehr, einen klaren Weg konsequent zu gehen."
Über das Unternehmen:
„Das Gesunde Tier“ steht für ganzheitliche Tiergesundheit mit Schwerpunkt auf Ernährung, Darmgesundheit und individueller Beratung. Das Unternehmen bietet Futter, Ergänzungsfuttermittel, Pflegeprodukte, Test-Kits und digitale Beratungsangebote für Hunde, Katzen und Pferde an. Grundlage ist das von Tierarzt Thomas Backhaus entwickelte 5-E™ Gesundheitskonzept, das Tiergesundheit nicht isoliert betrachtet, sondern Ernährung, Darm, Organzusammenhänge und individuelle Bedürfnisse zusammendenkt. „Das Gesunde Tier“ greift dabei auf über 50 Jahre Tierarzt-Erfahrung, ein interdisziplinäres Expertenteam und eine eigene Tierarztpraxis zurück. Über DGT MEDICAL bietet das Unternehmen zudem individuelle Online-Tierarzt- und Ernährungsberatung an. Die Produkte werden in Deutschland entwickelt beziehungsweise hergestellt und richten sich an Tierhalter, die Gesundheit, Fütterung und Alltag ihres Tieres ganzheitlich unterstützen möchten.
Weitere Informationen unter: www.dasgesundetier.de