Back to the roots: Heimische Superfoods

Nährstoff-Bomben wie die brasilianische Açai-Beere werden nicht umsonst als Superfood bezeichnet. Doch auch heimische Obst- und Gemüsesorten haben in Sachen Inhaltsstoffe einiges zu bieten.

Foto: Adobe Stock / Natalia Lisovskaya

Junge, hippe Cafés und Restaurants locken ihre Gäste mit frischen, gesunden Gerichten und Superfoods an. Letztere versprechen dabei nicht nur Gesundheit und ein gestärktes Immunsystem, sondern sollen sich auch positiv auf das Aussehen auswirken und beispielsweise zu einem ebenmäßigeren Hautbild beitragen. Dafür müssen Açai-Beeren, Quinoa, Avocado und Co. aber meist um die halbe Welt transportiert werden, bis sie auf unseren heimischen Tellern landen. Das ist zum einen nicht besonders umweltverträglich und zum anderen sind so auch die Produktionsbedingungen schwer nachvollziehbar. Für nahezu alle exotischen Superfoods hat die heimische Pflanzenwelt ein umweltfreundliches Pendant parat. Welche das sind und was ihre Super-Eigenschaft ausmacht, erklärt Kristina Gerlitz, Trendscout und Kommunikationsexpertin bei speisekarte.de.

Die aus Asien stammenden Goji-Beeren sind seit einiger Zeit beliebte Allzweckwaffen auf den heimischen Speisekarten und im eigenen Haushalt. In China werden sie nicht nur zum Genuss verzehrt, sondern auch in der traditionellen Medizin verwendet. Hierzulande werden sie besonders wegen ihres hohen Vitamin-C- und Antioxidantien-Gehalts geschätzt. Zudem machen die roten Beeren sich gut im Salat oder als Topping auf der Bowl.

Unser Expertentipp: Die schwarze Johannisbeere und der Sanddorn beinhalten nicht nur eine größere Menge Vitamin-C, sie sind auch frisch erhältlich und schonen den Geldbeutel.

Die lila bis dunkelblau gefärbten Açai-Beeren gelten nicht zuletzt durch den hohen Gehalt an Pflanzenfarbstoff als Superfood. Denn diesen Farbstoffen, genannt Anthocyane, werden viel positive Eigenschaften nachgesagt. Sie haben eine oxidative Wirkung, können so Entzündungen hemmen und sich sogar positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. Die brasilianische Beere kann ihrem guten Ruf also durchaus gerecht werden. 

Unser Expertentipp: Tiefrote bis schwarzblaue regionale Obst- und Gemüsesorten beinhalten ebenfalls eine große Menge Anthocyane. Ob Heidelbeere, Rotkohl, Holunderbeere oder Sauerkirsche, sie alle stehen der Açai in nichts nach - und können je nach Jahreszeit frisch auf dem Markt erstanden oder gleich selbst gepflückt werden. Lecker!

Auch der grüne Pflanzenfarbstoff Chlorophyll hat viele positive Effekte auf unseren Organismus. Grüne Gemüsesorten sind reich an Ballaststoffen, Vitamin-C und sollen zudem entgiftend wirken. Wohl gerade deswegen ist Weizengrassaft in den letzten Jahren immer beliebter geworden: Der grüne Drink wird verzehrfertig oder als Pulver zum Selbstmischen angeboten und von Menschen mit einem gesunden Lifestyle geschätzt. 

Unser Expertentipp: Brokkoli, Spinat und Grünkohl sind ebenfalls reich an Ballaststoffen und haben durch das enthaltene Chlorophyll einen positiven Einfluss auf die Darmflora. Dabei ist Grünkohl das wohl unterschätzteste Gemüse von allen: Neben Ballast- und Mineralstoffen kann dieser auch mit einem überdurchschnittlichen Eisen- und Proteingehalt punkten. Das dürfte ihn nicht nur für Veganer zum nächsten lokalen Superfood machen.

Natürlich gibt es noch viele weitere Superfood-Pendants von heimischen Feldern und Sträuchern. Einige haben wir hier aufgelistet:

- Leinsamen statt Chia-Samen

- Olivenöl und Walnüsse statt Avocado

- Löwenzahn und Kamillentee statt Matcha

- Hirse, Dinkel, Grünkern und Weizen statt Quinoa 

Fazit: Die exotischen Superfoods aus aller Welt machen gerade auch optisch einiges her. Da können Grün- und Rotkohl in der Regel nicht mithalten. Doch auch hier gilt: Die inneren Werte zählen! Und betrachtet man die einmal näher wird schnell klar, dass lokale Obst- und Gemüsesorten einiges zu bieten haben. In puncto Inhaltsstoffen stehen sie Açai, Goji-Beere und Co. in nichts nach - und auch geschmacklich lohnt sich eine Neuentdeckung. Hinzu kommt die bessere Vereinbarkeit mit Umwelt- und Klimaschutz und der vergleichsweise günstige Preis. All dies sind schlagfertige Argumente dafür, sich bei dem nächsten Besuch auf dem Bauernmarkt einmal genauer umzuschauen und sich von den farbenfrohen regionalen Angeboten inspirieren zu lassen.