NVIDIA SHIELD TV: Klein, aber oho!

Bereits auf der CES 2017 hat NVIDIA Ihrer Streaming-Box Shield TV ein Update gegönnt – neues Design, mehr Funktionen und ein neuer Spielcontroller. Wir haben die Set-Top-Box auf Herz und Nieren geprüft. Was kann die Konsole? Wo liegen die Grenzen?

Für Neueinsteiger – was ist die NVIDIA Shield?

Zunächst einmal, diese Konsole beinhaltet eine vollfertige Spiele-Konsole. Aber nicht nur das, ebenso ist das Streamen von Bild und Audio aus etlichen Quellen problemlos möglich. Besonders cool, die Konsole gibt 4K mit 60FPS wieder im Umkehrschluss bedeutet dies, besonders scharfe und flüssige Bilder!

Lieferumfang:

Der Lieferumfang ist wie bereits beim Vorgänger relativ üppig. Dabei ist natürlich die Shield-Konsole, ein Shield-Controller, eine Shield Remote Fernbedienung, das passende Netzteil, ein USB Kabel zum Aufladen aller Komponenten und obendrauf noch die üblichen Dokumente wie Quick-Start-Guide und Garantie-Dokumente.

Design:

Wie bereits anfangs schon gesagt, das Konsolen-Design wurde überarbeitet. Im Vergleich zum Vorgänger wirkt es nun noch maskuliner, noch aggressiver! Gleichzeitig ist es NVIDIA gelungen, die Konsole massiv zu schrumpfen. Die Maße sind 59 x 98 x 26 mm statt vorher 210 x 130 x 25 mm. Das Gewicht ist ebenso reduziert worden, von über 600 Gramm auf knapp 250 Gramm. Das bisher eher klobige Gamepad ist wesentlich schmaler und komfortabler geworden. Die Aufmachung erinnert sehr an Polygon.

Kein Nachteil, eher ein Vorteil. Griffig aber nicht zu eckig! Die Schultertasten, welche zuvor oft als zu schmal kritisiert worden sind, wurden nun wesentlich ergonomischer gestaltet. Die beigelegte Shield Remote Fernbedienung wurde optisch nicht angefasst. Lediglich der Micro-USB-Anschluss wurde entfernt. Strom bekommt die Fernbedienung nun via Flachbatterien. Die Akkulaufzeit hat sich dahingehend sogar von 40 auf 60 Stunden verbessert.

Technische Daten:

Dieses neue abgespeckte Design fordert aber auch seine Opfer. Der bisher äußerst nützliche Micro-SD-Steckplatz ist nicht mehr da. Betrachtet man die Technikbranche, fällt auf, dass immer mehr Unternehmen auf einen solchen Steckplatz verzichten... Externe Festplatten oder zusätzlicher Speicher kann dafür via USB 3.0 Anschluss nachgerüstet werden. Der Shield TV arbeitet erfreulicherweise mit einem recht aktuellen Android 7.0. Erfreulich ist auch, dass es einen kompletten Zugang zum Playstore von Google gibt!

Auflistung der wichtigsten technischen Eckdaten:

Features
Auflösung4K Ultra HD & 1080p
Netflix4K Ultra HD & 1080p
Youtube4K Ultra HD & 1080p
SprachesucheJa
Cross-App-SucheJa
Chromecast?Ja
KompatibilitätAndroid & iOS
PlayStore

Ja

Konsolenspiele

Ja

CPUQuad-Core T1
Arbeitsspeicher3GB
Speicher

16GB / 500GB

HDMI2.0
Wi-Fi802.11ac
LanJa
USB 3.02 Stück

Streaming:

Na – was würdet Ihr zuerst mit dem Begriff Streaming verbinden?
90 Prozent befragten würden damit Filme oder Musik in Verbindung bringen. Grundsätzlich auch richtig, aber wusstet Ihr, dass es bereits seit letztem Jahr einen ansteigenden Markt für Spiele-Streaming gibt? NVIDIA ist hier ganz vorne mit dabei – nicht nur, weil der Grafikhersteller die benötigten Hardware Komponenten selbst baut – nein, auch weil bereits die erste Version von NVIDIA Shield das Spielestreaming als Feature mit eingebaut hat. Seitdem hat sich viel getan. Das Angebot vom hauseigenen Dienst „Geforce Now“ bietet wesentlich mehr Titel als zum Start. Die kosten von 10 Euro im Monat sind dabei gleichgeblieben. Beispielsweise gibt es The Witcher 3, Assassins Creed, No Man’s Sky oder so gut wie alle Batman und Lego-Titel.

Was bedeutet es denn aber, ein Spiel zu „streamen“?

Ganz einfach gesagt – die Berechnung des Spieles erfolgt auf einem externen Gerät, dies kann bei Geforce Now beispielsweise ein Server von NVIDIA sein. Die errechneten Inhalte werden dann vom Shield TV auf Euren heimischen Fernseher wiedergegeben. Hierbei ist eine schnelle & stabile Internetverbindung Pflicht. Es gibt aber auch die Möglichkeit, ein Spiel vom eigenen Computer zu streamen. Voraussetzung sind hier eine Geforce Grafikkarte sowie ein guter Netzwerkanschluss. Bestenfalls direkt über Kabel. Es lassen sich hierbei auch 4K Inhalte mit 60 Bildern pro Sekunde und aktivierten HDR streamen! Richtig Spaß macht es auch gemeinsam mit mehreren Freunden, lokal auf dem eigenen Sofa zu spielen. Der Mehrspielermodus funktioniert bis dato leider noch nicht online.

Multimedia-streaming:

In Sachen Multimedia brauch sich das NVIDIA Shield TV überhaupt nicht verstecken. Die problemlose Wiedergabe von 1080p oder 4K mit aktivierten HDR lässt Filmliebhaberherzen höherschlagen! Das Problem? Netflix, Amazon und Co müssen nachliefern!
Es gibt zwar schon einige Filme und Serien auf besagtem 4K HDR Format, allerdings noch lang nicht alle. YouTube bietet die 4K Version auch an, empfehlen können wir hier unsere Hyperlapse aus der Kategorie „Webclips“. Neben den eigenen Apps kann man das Shield TV auch als Chromecast verwenden.

Besonderheiten:

Ganz klar ist die eingebaute Sprachsteuerung eine Besonderheit. Der eingebaute Google Assistent leistet gute Dienste. Mit dem Hotkey „OK Google“ durchsucht der Assistent, die gesamte Konsole + installierte Apps nach besagtem Inhalt.
Als Besonderheit sollte man aber auch das Streamen von Inhalten nennen. Computerspiele wie Just Cause 3 oder The Witcher 3 liefen einwandfrei! Und obwohl die Inhalte noch nicht ansatzweise so gut sind wie gewünscht, ist auch das 4K Streaming im HDR Modus echt toll.

Das Angebot der verschiedenen Anbieter ist hier noch viel zu klein! Abhilfe schafft da nur die App „Plex“ - damit lässt sich ein eigener Mediaserver aufbauen.

Fazit:

Der Zugriff auf den Google Play-Store ist schon ganz nett, viel besser ist aber noch der gebotene Service „Geforce-Now“! Ein wirklich beeindruckendes Alleinstellungsmerkmal, welches komplette Computer-Games via Cloudstreaming auf die Konsole bringt. Alles klar soweit? Computerspiele auf dem Fernseher zocken – HAMMER!

Wer eine Spiel-Konsole mit starken Multimedia-Eigenschaften sucht, sollte sich einmal das NVIDIA Shield TV angucken. Der Preis liegt derzeit bei ca. 230€, nicht ganz billig – wenn man bedenkt, dass ein zusätzlicher Controller auch noch 70€ kostet.