Dogman: David gegen Goliath

Irgendwo in einer verfallenen italienischen Küstenstadt, wo das Gesetz des Stärkeren gilt, lebt der verwachsene, etwas komische, aber immer freundliche Hundefriseur Marcello (Marcello Fonte).

Mit seinem Salon verdient der schmächtige Mann den bescheidenen Unterhalt für sich und seine kleine Tochter Alida, die er - neben Hunden - über alles liebt. Das Problem: Der ganze Ort wird von dem ehemaligen kriminellen Boxer Simone (Edoardo Pesce) tyrannisiert, ein Goliath ohne Gewissen. Nach und nach drängt sich der soeben aus dem Gefängnis entlassene Simone in Marcellos Leben und bedroht immer massiver dessen Existenz.

Mit Dogman erzählt der preisgekrönte Regisseur Matteo Garrone („Gomorrha“) die universelle Geschichte eines kleinen Mannes, der dem Bösen verfällt, weil er Angst vor der Gewalt hat. Dabei merkt er nicht, dass er sich immer mehr dafür aufgibt, ohne etwas dafür zu erhalten.

Der Film, gedreht vor einer verarmten, morbiden süditalienischen Küstenlandschaft, die nie zuvor ein deutscher Tourist sehen wollte, ist eine düstere Parabel über die desolate Lage der Menschen in einigen Teilen Europas. In der Hauptrolle spielt ein perfekter Marcello Fonte, der für diese Rolle beim Filmfestival in Cannes zu Recht als bester Darsteller ausgezeichnet wurde. Zudem gewann der Film 3 EFA Awards: auch hier räumte  Fonte in der Kategorie „Bester Darsteller“ ab. Weitere Auszeichnungen gab es für das „Beste Kostümbild“ und das „Beste Hair & Make Up“.

Aber all das sind doch nur Beiwerk von Gründen, sich den Film anzusehen. Hauptgrund ist, dass der Film sozialpolitisch ungeschminkt, brutal und erhrlich ist - bis zum (bitteren) Ende. Ohne übertriebene unrealistische Action und Ballerei. Das macht Angst. Und so etwas kann Hollywood nicht!