Das neue Album von Silbermond: Mein Osten

Mit „Mein Osten” präsentieren Stefanie Kloß, Johannes Stolle, Thomas Stolle und Andreas Nowak nun einen Song, der das aktuelle politische und emotionale Auseinanderdriften der Menschen im Osten thematisieren soll.

Die Auseinandersetzung auch mit gesellschaftlichen Verhältnissen war für Silbermond von Beginn an eine Auseinandersetzung mit dem Leben selbst, mit dem, was einen unmittelbar betrifft. Sowohl in ihren Songtexten wie auch im Zusammenhang mit diversen Engagements hat die aus Bautzen stammende Band immer wieder gezeigt, dass sie auch von gesellschaftlichen Fragen bewegt ist.

Nicht predigend, sondern aus einer radikal persönlichen Perspektive heraus, wahrhaftig und schonungslos: „Risse gehen durch Familien und ein Riss geht auch durch mich […]”, heißt es da an einer Stelle. Die rechten Ausschreitungen, die Verwerfungen in ihrer Heimat und die gleichzeitige tiefe Verbundenheit mit ihr, all das hat die Band in den vergangenen Jahren aufgewühlt.

„Mein Osten” ist einerseits ein Zeichen dieses Zustandes, darüber hinaus aber auch eine Liebeserklärung an den Osten und ein starkes Plädoyer für den Dialog über die verhärteten Fronten hinweg. Ein Plädoyer, wie es in dieser Weise vielleicht noch nicht zu hören war in dieser Republik, frei von Zeigefinger- und Mittelfingerreflexen. Die Benennung des Schmerzes, die Empathie und die Heilung … darum geht es der Band; und gerade, weil Silbermond dieses Thema so intim und persönlich transportieren, geht dieser Song direkt unter die Haut.